"Ich darf unvollkommen sein..."

February 16, 2017

Gehörst du zu den Menschen, die immer höchste Ansprüche an sich selbst stellen, die sich für jeden Fehler, den sie machen kritisieren? Jagst du deiner eigenen Vollkommenheit nach und hast das Gefühl, sie doch niemals erreichen zu können? Denkst du, dass du perfekt und vollkommen sein musst, damit auch dein Umfeld und deine Lebensumstände vollkommen sein können?

 

Hast du das Gefühl, dich zu blamieren, wenn du mal wieder einen Fehler gemacht hast und versinkst in Selbstvorwürfen?

Und ist es vielleicht gar nicht deine eigene Stimme, die du da schimpfen hörst, sondern die deiner Mutter, oder deines Vaters?

 

Wenn ja, geht es dir so wie vielen anderen Menschen und es ist ein aussichtsloser Kampf, den du führst. Denn wie können wir in unserem Tun und im materiellen Außen jemals absolute Vollkommenheit erreichen? Es wird immer jemanden geben, der mehr hat, der intelligenter ist, hübscher, talentierter, reicher, jünger, schlanker, erfolgreicher….

 

Ich hatte unlängst eine spannende Sitzung, in der sich genau dieses Thema zeigte.

Manchmal spreche ich innerlich Affirmationen, während die Energie fließt und spüre nach, wie das Energiefeld meiner Klienten reagiert. Diesmal kamen die Sätze „Ich darf unvollkommen sein“ und „Ich darf Fehler machen“.

Und die innere Antwort darauf lautete in etwa so: „Na ja, unvollkommen bin ich ja eh…ich muss mir die Unvollkommenheit nicht erlauben.“ Auf den zweiten Satz kam: „Aber Fehler machen darf ich nicht!“

 

Zwei spannende Antworten, die zu einer tiefen Zerrissenheit führen, wenn wir sie leben müssen. Denn einerseits fühlt man sich unvollkommen und andererseits darf man keine Fehler machen, MUSS also perfekt und vollkommen sein. Die Selbstansprüche sind also enorm hoch und jedes Mal, wenn man einen Fehler macht, verurteilt man sich selbst aufs Schärfste und hat das Gefühl, sich vor anderen zu blamieren. Mit jedem Fehler, den man macht, bestätigt man sich das innere Gefühl der Unvollkommenheit und schämt sich seiner selbst, weil man gleichzeitig den inneren Satz laufen hat: „Ich muss perfekt und vollkommen sein!“ (Vielleicht sogar mit dem zusätzlichen Glaubenssatz – „sonst bin ich nicht liebenswert“, oder „sonst bin ich es nicht wert geliebt zu werden.“)

 

Warum erzähle ich diese Geschichte? Es ist die Geschichte fast aller Menschen in unterschiedlichen Ausprägungsgraden und macht uns das Leben erstens enorm schwer und lässt uns nie zufrieden mit uns und unseren Umständen sein. Wir streben nach Vollkommenheit und wissen, dass wir sie doch nie erreichen werden. Das führt zu Selbstzweifeln, Ängsten und Selbstvorwürfen.

 

Wie können wir das ändern? Wie können wir diese Stimme zum Schweigen bringen? Keiner von uns mag sie den ganzen Tag im Kopf haben, doch selbst, wenn wir schon so weit sind, dass wir erkennen, dass es die Stimme der Mutter, oder des Vaters ist, die wir nach so vielen Jahren immer noch hören, können wir sie nicht so einfach abstellen.

 

Falls du dich auch manchmal selbst beschimpfst, oder deinen Ansprüchen nie gerecht wirst, kann dir vielleicht folgendes Bild helfen zu einem neuen inneren Wissen zu kommen und der Stimme nicht mehr folgen zu müssen:

 

Vielleicht nimmst du in einigen Momenten deines Lebens pure, reine Freude wahr, einen Moment des absoluten Glücks, in dem dir die Tränen kommen, weil es ein so besonderer Moment ist. Vielleicht fühlst du dich manchmal ganz EINS mit dir selbst, der Natur, deinem Partner, oder deinen Kindern. Das sind die Momente, in denen du nicht im Werten oder im Vergleichen bist. Es sind die Momente, in denen du in deinem SEIN angekommen bist.

 

Hast du dich jemals gefragt, welcher Teil von dir das ist?

 

In diesem besonderen Moment erlaubst du, dass deine Seele in ihrer bedingungslosen Liebe und Freude durch dein Sein strahlt und in deinem Leben ankommt.

 

Deine Seele IST bedingungslose Liebe, sie ist reines Sein, außerhalb von Raum und Zeit, DA, präsent, ganz Licht, VOLLKOMMEN!

 

Und deine Seele bist DU, ebenso, wie du dieses Ich in diesem Leben und in diesem Körper bist.

Es gibt ihn also, diesen vollkommenen Teil und dieser Teil ist Teil DEINES Wesens!

Und du, als diese vollkommene, bedingungslos liebende Seele, hast beschlossen in dieses Leben zu gehen, das du nun lebst und in diesen Körper, der dein zu Hause ist. Doch als deine Seele auf die Erde kam, kam sie in die „Unvollkommenheit“. Sie kam in das Werden und Vergehen, in einen Körper, der „Mängel“ hat, in eine begrenzte Wahrnehmung und in eine Umgebung, die ebenso viele Mängel aufzeigt – Mangel an Liebe, Gesundheit, Geld, Geborgenheit, Unterstützung, etc.

 

Es ist also gar nicht möglich, vollkommen zu sein, oder einen vollkommenen Körper zu haben und ein vollkommenes Leben zu führen!

 

Und es war auch nicht Plan der Seele, ein vollkommenes Leben zu führen, denn die Seele kam hierher, um zu erfahren und um zu lernen. Doch lernen können wir nur über die Unvollkommenheit!

Wie oft fallen wir vom Rad, bevor wir Rad fahren können? Wie oft vergessen wir ein Vokabel, bis wir es abgespeichert haben? Wie oft üben wir Tanzbewegungen ein, bis sie elegant und schön aussehen?

Und manches wird uns nie gelingen, oder wir verlernen es wieder, weil wir älter werden, oder nicht konsequent weiter üben.

 

Vollkommenheit werden wir im Außen also maximal in Teilbereichen unseres Lebens erreichen können und das auch nur für eine gewisse Zeitspanne.

 

Wahre Vollkommenheit zu erleben ist eine Fähigkeit der Seele, ein Fühlen, das wir in unser Leben einladen können. Wahre Vollkommenheit bedeutet einen Moment zu erleben, in dem wir das Vergleichen und Kritisieren sein lassen und ganz im Moment aufgehen.

 

Unser Körper und das Außen dürfen also unvollkommen sein und wir können trotzdem den Zustand der Vollkommenheit erleben und wenn wir das tun, dann lieben wir uns selbst, so wie wir sind, nehmen uns, unseren Körper, unsere Lebensumstände und unser Umfeld so an, wie es ist. Wir werden weich uns selbst und anderen gegenüber und wir verzeihen und kommen in Frieden mit uns selbst und unserem Umfeld.

 

Vielleicht magst du diesen Worten nachspüren und dir ab heute erlauben Fehler zu machen und dich mit all deinen „Unvollkommenheiten“ genau so zu lieben, wie du bist. Und wenn du das tust, wirst du erfahren und spüren, welch wunderbares, liebendes, gütiges und vollkommenes Wesen du bist!

Von Herzen

Eva

 

p.s. wenn dir dieser Text gefallen hast, freue ich mich, wenn du ihn "likest" und teilst:)

 

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