Sich von Ängsten lösen

July 27, 2016

 

Etwas schiebt und drängt, will durch die Mauer, die noch immer da ist. Warum steht die Mauer da? – Ich weiß es nicht... Warum konnte ich sie bisher nicht einreißen? – Ich weiß es nicht. Was repräsentiert die Mauer? – Meine Zurückhaltung, meine Zweifel, meine Angst, mein nicht zur Gänze gelebtes Vertrauen.

 

So viel habe ich schon gelernt, gelesen, aufgearbeitet, so viel erfahren, gespürt. Ich weiß so sehr, dass meine wunderbaren Erfahrungen das sind, wo mein ganzes Wesen sein möchte und doch ist diese Mauer da – diese Mauer, die ich im Alltag so oft vor mir hertrage, um mich herum spüre, die Mauer, die mich vor vielen Situationen ängstlich und angespannt sein lässt und die mir ein Gefühl des Klein und ohnmächtig Seins vermittelt.

 

Und gleichzeitig fühle ich diesen inneren Druck mit jedem Tag stärker, die Mauer zu sprengen, damit mein Herz sich endlich weit öffnen kann.

 

Diese Momente, in denen es mir gelingt, mein Herz weit zu öffnen, fühlen sich so gut an! So gut! Kann das nicht immer so sein? Und was kann ich tun, um diese Mauer einzureißen?

 

Und dann zeigt es sich mir:  immer habe ich gekämpft um Freiheit, Liebe, Veränderung. Doch Kampf bedeutet Widerstand und wenn Widerstand auf Widerstand (Mauer) prallt, bekämpfe ich Gleiches mit Gleichem – ein Kräftemessen, in dem Mal der eine und dann der Andere die Oberhand gewinnt, doch Widerstand und Mauer bleiben bestehen. Kämpfen und Waffen sind Mittel, die nicht funktionieren.

 

Ich kann ihn nur aufgeben, den Kampf, mich fallen lassen, mich hingeben und das, was mir am Schwersten fällt, zulassen – mich der Mauer meiner Angst vollkommen hingeben, mich allen Umständen, die mir Unwohlsein, Ärger, oder Angst bereiten, vollkommen hingeben und das bedeutet, mich mir selbst hingeben, all meinen vermeintlichen Unvollkommenheiten, die einfach meine Vergangenheit, mein Unterbewusstsein bedeuten.

 

Und da taucht sie auf, die Angst, was wohl passiert, wenn ich mich der Angst vollkommen hingebe – sie wird mich verschlingen, ich habe Angst, mich dann zu verlieren und daraus nicht mehr auftauchen zu können, Angst vor dem Nichts, Angst zu sterben….

 

Und dann gebe ich sie auf, ergebe mich, gebe mich hin, lasse mich hineinsaugen immer tiefer hinein und ich beginne mich aufzulösen. Ich werde hineingezogen, immer weiter in das Zentrum des Wirbelsturms.

 

Und während ich mich hineinziehen lasse, bemerke ich, ich kann mich auf keine Angst mehr konzentrieren, alles löst sich in dem Wirbel auf und schließlich stehe ich im Zentrum des Wirbelsturms.

 

Hier im Zentrum ist es ganz ruhig.

 

Ich nehme die Energien um mich herum wahr, es wirbelt und pulsiert, reinigt und erlöst und ich stehe da, ruhig und gelassen und sehe dem zu. Ein leises Lächeln zaubert sich auf meine Lippen, ohne dass ich dazu etwas getan hätte und dieses Lächeln setzt sich in meinem Herzen fort.

 

Es ist ein leichtes Herz, ein liebevolles Herz, das ich da spüre – das ist mein Herz??? Ich musste es gar nicht bewusst öffnen, musste nichts dazu tun und doch ist es weit, leicht, liebevoll und zugleich ruhig und im Frieden.

 

Es ist nichts mehr zu tun, ich bin im Frieden, der Wirbelsturm kommt langsam zur Ruhe und ich kann die Welt, die mich umgibt wieder sehen, mit neuen Augen – den Augen der Liebe, des Annehmens und des Friedens.

 

Wird das so bleiben? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, ich kann mich zu jeder Zeit wieder hingeben, wieder eintauchen, zulassen und entdecken, was das Leben für mich bereithält.

 

Danke!

 

p.s. und wenn du magst, probier es selbst auch aus, ich lebe noch :)

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